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Verkehrserziehung und Psychomotorik
Um sich in dem komplexen Gebilde „Verkehr“ zu Recht zu
finden, müssen Kinder im Grundschulalter bestimmte physische und psychische
Voraussetzungen erfüllen.
Nachfolgende Leistungsgrenzen machen deutlich, wie schwer
es für Kinder im Alter bis 8 Jahren ist, sich im Straßenverkehr zu Recht zu
finden:
Begonnene
Bewegungsläufe können nicht unterbrochen werden.
Eingeengtes
Reaktionsverhalten – Sehen und Gehen kann nicht richtungsmäßig getrennt werden.
Geringere
Körpergröße führt zu verlangsamter Straßenüberquerung und erschwert diese an
unübersichtlichen Stellen.
Ein kleineres
Gesichtsfeld ist die Ursache für das Übersehen peripherer Reize.
Herabgesetztes
Wahrnehmungstempo, da die Integration von Gesehenem in schon bereits erfahrene
Handlungsschemata länger dauert.
Entfernungen
und Geschwindigkeiten können noch nicht richtig ab- und eingeschätzt werden.
Eine hohe
Ablenkbarkeit durch Reize mit großem Aufforderungscharakter führt zur
Vernachlässigung von für verkehrsgerechtes Verhalten relevanten Aspekten.
Die Richtung,
aus der ein Geräusch kommt, kann noch nicht bestimmt werden.
Emotionale
Belastungssituationen verringern die Konzentration und schränken die
Aufmerksamkeit im Straßenverkehr ein.
Eine rein
subjektive Sichtweise verhindert, dass zwischen Sehen und Gesehenwerden
unterschieden wird.
Vorausschauendes Denken (Antizipationsfähigkeit) ist wegen der Ich-Zentriertheit
nicht möglich.
Konzentration
ist nur auf eine Sache möglich. Aufmerksamkeitsteilung auf mehrere Reize gelingt
nicht.
Deshalb reicht nicht das Lernen von Regeln und Zeichen im
Straßenverkehr, sondern bedarf es der Bewegungserziehung nach psychomotorischen
Kriterien. Die Verkehrstüchtigkeit des Kindes ist nur dann zu erzielen, wenn
regelmäßig mit den Kindern geübt und kontinuierlich ihre Selbstständigkeit
gefördert wird.
Zu erwähnen sind auch: Die
Förderung der Sinne (Hören, Sehen, Riechen), Wahrnehmung von Raum-Lage-Beziehung
sowie Zeit, Reaktion von Signale, Bewegung auf unterschiedlichem Untergrund,
Antizipation von Bewegung, Halten von Körperspannung, Balancefähigkeit und
Wahrnehmung des Partners
Prakt. Übungen und Vorschläge:
Könemann,
Werner, Vom Durcheinanderlaufen zum Miteinanderfahren, GUVV Münster, Heft 5
Mertens Krista,
Wasmund-Bodenstedt Ute: 10 Minuten Bewegung, Verlag modernes lernen, Dortmund
1987
Kunz Torsten,
Dr.: Bewegungserziehung (Grundschule); in: pluspunkte 4/ 93
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